Sportziel 2018 – Spartan Race

Trainieren ohne Ziel ist ein bisschen wie trinken ohne Durst. Es geht, macht aber nicht so viel Spaß. Außer du machst es mit Freunden und etwas Alkohol.

Letzteres habe ich getan und dabei mein sportliches Ziel für 2018 festgelegt: die Teilnahme am Spartan Race in Oberndorf Anfang September. Voraussichtlich warten auf uns anstrengende 15km Laufstrecke, die mit etwa 25 Hindernissen versüßt werden. Das regelmäßige Laufen habe ich nach meinem ersten Marathon im Jahr 2000 de facto durch Biken ersetzt, jetzt muss ich mich zwangsläufig wieder in die Laufschuhe zwängen. Dennoch freue ich mich schon sehr auf diese Herausforderung und auf das Training.

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Bergfeuer im August – 130 Jahre Freiwillige Feuerwehr Ehrwald

„Bergfeuer im August? Gibt’s das nicht nur zur Sommersonnenwende?“ – Ja, schon. Das große Ehrwalder Bergfeuer, bei dem die Gipfel und Grate rund um den Ehrwalder Talkessel beleuchtet und zahlreiche Motive in die Berghänge gefeuert werden, findet nur einmal im Jahr rund um die Sommersonnenwende im Juni statt.

Zu besonderen Anlässen werden auch einzelne Motive unterhalb des Jahres gefeuert. So, wie es im August 2016 zum 130jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Ehrwald geschah.

Für etwa 15 Feuerer begann dabei der Tag schon um 8 Uhr in der Früh mit der Auffahrt mit der Zugspitzbahn. Der gesamte Vormittag wurde damit verbracht, die Fixpunkte im Gamskar auszumessen und zu markieren. Bei einer Motivhöhe von etwa 300m kann das etwas dauern. Mittags stieß dann der Rest der Mannschaft, etwa 10 Personen, dazu und legte die Säckl auf die richtigen Positionen. Gegen Nachmittag waren dann alle Vorbereitungen abgeschlossen und alle stärkten sich in der Wiener Neustädter Hütte oder der Bergrettungshütte mit Essen und Getränken.

Kurz nach 20 Uhr trafen wir uns dann bei der „Feuerstelle“, einem zentralen Punkt am oberen Ende des Motivs. Dort wurden die letzten Sicherheitshinweise und Anzündstrategien ausgegeben, Benzin in die vorbereiteten Flaschen gefüllt und die Fackeln ausgefasst. Anschließend begaben wir uns in Zweierteams an die uns zugewiesenen Startpunkte. Pünktlich um 21 Uhr begannen wir an mehr als zehn Stellen gleichzeitig mit dem Anzünden des Motivs. Ohne Zwischenfälle konnten wir das Werk vollenden. Wie es tatsächlich aussah, konnten wir aus unserer Perspektive nicht beurteilen. Die Nachrichten aus dem Tal waren allerdings sehr positiv. Wie das Motiv vom Tal aus aussah, kannst du bei der Freiwilligen Feuerwehr Ehrwald sehen.

Ausrüstung für den Einsatz – Bekleidung und Material

Anfang Februar wurden wir zu einem nächtlichen Sucheinsatz an der Zugspitze gerufen. Nach dem Alarm muss man in wenigen Minuten entscheiden, welche Bekleidungsstücke angezogen und mitgenommen und welche Schuhe getragen werden, welche Jacken und Hosen in den Rucksack wandern (welchen Rucksack nehme ich überhaupt mit?), welche Hardware mit muss und ob Ski auch noch mitzunehmen sind.

Die Entscheidung fällt oft schwer. Wie ist das Wetter am Berg? Wie lange dauert der Einsatz? Muss ich mit einem Biwak rechnen? Wie sind die Verhältnisse am Berg? Wie werden der Zustieg und der Abstieg verlaufen? All diese Fragen müssen in sehr kurzer Zeit entschieden werden. Anhang des Sucheinsatzes zeige ich euch, was ich persönlich alles mitnehme.

Und wie war jetzt die Lage?

Das Suchgebiet war die Zugspitze in Gipfelnähe. Im Tal war es nicht allzu kalt, dafür wehte ein starker Wind. In den letzten Tagen hatte es geschneit, mit Eis musste gerechnet werden. 

Bekleidung am Mann

Die erste Lage bestand aus dünnen Skisocken, einer langen Unterhose und einem langärmeligen Unterleibchen aus Merino-Wolle. Für die dünnen Socken entschied ich mich, weil mir mit dickeren Socken in den schweren Bergschuhen kalt wird. 

Die zweite und vorerst letzte Schicht bestand aus einer Skitourenhose, einer TirolWool-Jacke, gefütterten Handschuhen und einer dünnen Mütze. Die Hose kann seitlich geöffnet werden, wenn es zu warm wird. 

Außerdem hatte ich noch ein Funkgerät umgeschnallt und einen Helm am Kopf. 

Reservekleidung

In den Rucksack wanderten noch eine GoreTex-Hose, eine GoreTex-Jacke, eine Daunenjacke (mehr für den Verunfallten als für mich), Ersatz- und Arbeitshandschuhe, und ein Buff. 

Eigenes Material

Jetzt kam die schwere Entscheidung: Lawinen- oder normalen Rucksack? Ich entschied mich aus Gewichtsgründen für den normalen. Zusätzlich zur Reservewäsche packte ich folgende Dinge ein:

  • Biwaksack 
  • Stirnlampe 
  • Ersatzakku 
  • Externen Akku für das Handy mit Kabel 
  • Aludecke 
  • Tee
  • Sitz- und Brustgurt 
  • Reverso mit Karabiner 
  • Bandschlingen, Reepschnüre, Tiblocs, Karabiner 
  • Expressschlinge
  • Dyneema-Schlinge
  • Steigeisen
  • Pickel

Bergematerial

Das Bergematerial teilten wir uns auf. Hauptsächlich nahmen wir Dyneemaseile (insgesamt 400m), Halbseile (2*60m), ein Bergseil (60m), Verankerungsmaterial und Wärmebeutel bzw. -decken mit. Ich hatte eine Wärmedecke und einen Helm im Rucksack. 

Und alles zusammen …

Solange das Material im Rucksack ist, ist es sperrig und schwer. Bevor wir losfuhren, zog ich schon die Gurte an und behängte sie mit dem persönlichen Sicherungsmaterial. Dadurch wurde der Rucksack deutlich leichter. 

Die Bekleidung war gerade richtig gewählt. Trotz starken Windes war es mir nicht kalt. 

Den einzigen stelle Schwacstellte meine Stirnlampe (ich nahm die Lupine mit) dar. Sie hatte wohl einen Wackelkontakt und führte zu manchem Ärger. 

Würdet ihr was ändern?

Was wäre eurer Meinung nach noch wichtig? Was würdet ihr weg lassen?

Ich bin auf eure Anregungen gespannt. 

Iglskar, kurze Skitour in tiefem Schnee

Am Sommerweg ins Iglskar

Wir wollten unbedingt raus, raus in den Pulverschnee und endlich mal eine Skitour machen. Im Gelände war im bisherigen Winter nichts möglich. Also schnappten wir uns am 17. Jänner die Ski und starteten los. Es war das erste Mal, dass ich mit Lawinenrucksack unterwegs war – bei Lawinenwarnstufe 4 (ab 2000m) war mir der ganz lieb.

Ausgangspunkt unserer Tour war die Ehrwalder Alm. Von dort ging’s entlang der gespurten Loipe auf den Saum. Oben angekommen, nahmen wir dem direkten Weg durch den Wald zum Iglsee. Die ersten Meter im tiefen Pulverschnee vorsichtig, war die Abfahrt lustig und spannend – die Bindung war immer noch auf Gehen eingestellt.

Kurze Rast am Iglsee
Kurze Rast am Iglsee
Am Sommerweg ins Iglskar
Am Sommerweg ins Iglskar

Vom Iglsee ging’s entlang des Sommerweges ins Iglskar. Der Anstieg war problemlos und führte uns durch den offenen Wald. Die verschneiten Bäume boten einen wunderbaren Anblick. Der Schnee war ebenfalls phantastisch. Die Beschaffenheit änderte sich laufend, von pulvrig bis härter, von wenig bis viel.

Beim Anstieg im Iglskar
Beim Anstieg im Iglskar

Die Spur, der wir folgten, verlief sich vor dem Aufsteilen des Geländes. Unser Anstieg führte uns westlich auf einen Rücken. Stellenweise konnten wir noch Andeutungen von Spuren finden, großteils mussten wir uns allerdings selbst unseren Weg suchen.

Der Schnee wurde nun immer tiefer. Reichte er anfangs nur bis zum Schuhrand, so sanken wir nun an den Spitzkehren bis über die Knie ein.

Kurz vor dem Wendepunkt
Kurz vor dem Wendepunkt
Die Sicht war nun deutlich eingeschränkt
Die Sicht war nun deutlich eingeschränkt

Unmerklich setzte nun Schneefall ein und langsam verschlechterte sich die Sicht. Auf rund 1740m Seehöhe stoppten wir unseren Ausflug und machten uns für die Abfahrt bereit. Die Sichtbedingungen ließen nun keine der Lawinenwarnstufe entsprechende Bewertung mehr zu. Also flugs die Felle abgezogen, verpackt und für die Abfahrt fertig gemacht.

Die ersten Schwünge führten uns schon in recht steiles Gelände. Wir beide erwarteten, dass wir dadurch Lawinen auslösen würden. Aber nichts geschah, und so schwangen wir uns durch den Wald in Richtung Sommerweg. Dabei versanken wir des Öfteren in bauchhohem Pulverschnee. Phantastisch!

Obwohl die Tour nur kurz war – mit Aufstieg und Abfahrt benötigten wir nur knapp 2 Stunden – war es ein wunderschöner und gemütlicher Ausflug. Ich freu mich schon auf das nächste Mal!

Verloren – Gesucht – Gefunden: Der Ablauf eines Sucheinsatzes

Sucheinsätze sind eine Herausforderung für Rettungskräfte. In der Regel wissen wir nicht genau, wo sich die zu suchende Person aufhält, und zwar einfach deshalb, weil die betreffende Person selbst nicht weiß, wo sie ist. Irgendwie logisch, sonst wäre es ja kein Sucheinsatz. Manchmal sind aber auch die Ortsbeschreibungen der Personen so vage, ungenau oder schlicht falsch, dass wir erst durch lange Fragerei das Suchgebiet eingrenzen können.

Die örtliche Ungenauigkeit bedingt, dass viele Retter am Einsatz teilnehmen. Gerade bei Suchalarmen ist eine große Mannschaft erforderlich, und so kommen leicht einmal 30 Retter zum Einsatz.

Die Unsicherheit bezüglich des Suchortes und die große Mannschaftsstärke machen den Einsatz komplex. Der Einsatzleiter der Bergrettung (die offizielle Einsatzleitung liegt bei der Polizei), der bei solchen Einsätzen meist in der Ortsstellenzentrale sitzt, muss immer die Übersicht haben, wo seine Leute sind. Und am Ende des Tages oder des Einsatzes muss auch sichergestellt sein, dass jeder Retter wieder sicher in der Zentrale ist.

Lange, erfolglose Sucheinsätze werden immer wieder auch abgebrochen. So ein Einsatzabbruch muss allerdings gut überlegt sein. Es reicht nicht mehr zu sagen, es wäre überall gesucht worden, heutzutage muss das auch belegt werden. Dabei hilft die Such-App der Bergrettung Tirol, die seit etwa 2013 im Test bzw. Einsatz ist.

Die Such-App gibt es dabei in zwei sich ergänzenden Varianten: Einer webbasierenden App für die Einsatzverwaltung in der Zentrale und einer Handy-App für den Retter.

Im Wesentlichen läuft ein Sucheinsatz aus Sicht des BR-Einsatzleiters so ab:

  1. Nach der Alarmierung wird die Zentrale besetzt und möglichst bald Kontakt mit der vermissten Person hergestellt. Ziel ist es, eine genaue Beschreibung des Ortes oder der Umgebung zu erhalten.
  2. In der Zentrale werden die Such-App gestartet und die ersten Einsatzdaten erfasst. Dazu zählen Personendaten, Beschreibungen und ähnliches.
  3. Die eintreffenden Retter werden in der App erfasst und aktiviert oder melden sich selbst mit der App zum Einsatz an. Sobald sie aktiv sind, erhalten sie regelmäßig die aktuellen Infos über die App direkt auf das Mobiltelefon.
  4. Das Suchgebiet und andere markante Punkte werden in der App eingezeichnet.
  5. Definition von Suchmannschaften
    Suchmannschaften

    Die Retter werden in Suchgruppen zusammengefasst, Gruppenleiter bestimmt und Funkgeräte ausgegeben. Jedes Funkgerät hat seine eigene Kennung, seinen Rufnamen. Im Laufe des Einsatzes werden die Retter meist nicht namentlich gerufen sondern mit dem Gerätenamen angesprochen.

  6. Die Gruppenleiter werden detailliert informiert und machen sich mit ihren Mannschaften auf den Weg in ihre Suchgebiete. Jeder Gruppe können individuelle Informationen in der App freigeschaltet, da es nicht nötig ist, dass jeder alle Infos erhält. So bleibt die App immer übersichtlich.
  7. Je nach Suchstrategie durchstreifen die Suchgruppen danach die ihnen zugewiesenen Gebiete. Dabei bietet die App die wichtige Möglichkeit, Tracks aufzuzeichnen. Diese Tracks können entweder live oder mit Verzögerung in die Zentrale geschickt werden und stehen dort zur weiteren Verwendung und zur Dokumentation zu Verfügung.
  8. Ausschnitt aus dem Einsatzgebiet mit markanten Punkten
    Ausschnitt aus dem Einsatzgebiet mit markanten Punkten

    Die Zentrale kann jederzeit weitere Informationen zur App hinzufügen, ergänzen oder löschen. Jeder Retter, der über die Handy-App angemeldet ist, erhält diese Infos zugestellt – sofern das Handy Internet-Empfang hat, was im Gebirge gar nicht so einfach ist.

  9. Während der Suche können die Retter das Live-Tracking einschalten, das heißt ihren aktuellen Ort aufzeichnen und in regelmäßigen Abständen an die Zentrale schicken. Dadurch sieht die Zentrale auf der Karte, wo sich die Retter befinden. Während des Trackings können auch Punkte markiert oder Fotos gemacht und an die Zentrale geschickt werden.

Mit diesen Möglichkeiten kann ein Sucheinsatz gut und nachvollziehbar absolviert werden. Es ist sogar möglich, noch während des laufenden Einsatzes Mannschaften gezielt einzusetzen. In unserer Ortsstelle (Bergrettung Ehrwald) nutzen wir manchmal die App auch zum Abwickeln normaler Einsätze, weil so das schnelle Verteilen von aktualisierten Informationen möglich ist.

Bei der ganzen Geschichte gibt es allerdings zwei Wermutstropfen: erstens hat nicht jeder der Kameraden ein Smartphone, und zweitens lässt der Internetempfang am Berg ein sinnvolles Arbeiten mit der App nicht zu. Dass sich beide Dinge in der nächsten Zukunft dramatisch ändern werden, glaube ich nicht. Die alte Magnettafel und der Schreibblock werden daher in der Zentrale nicht aussterben.

Ein anspruchsvoller Bergeeinsatz unterhalb der Zugspitze

Mitte Oktober, die Saison der Sommerdienste ist fast vorbei. Das schöne Herbstwetter lässt, zumindest im Tal, auf sich warten, stattdessen sitzen wir in der ewig gleich trüben Brühe bei etwa 10 Grad Außentemperatur. Der Wind tut noch das seinige dazu, um den Wohlfühleffekt so richtig aufkommen zu lassen.

Samstag Nachmittag, 15.44 Uhr. Ich komme gerade vom Großeinkauf zurück und beginne, den Schweinsbraten für den Sonntag vorzubereiten. (BTW, der war hervorragend.) Plötzlich ertönt das Martinshorn aus dem Handy – Bergrettungsalarm! Die nächsten Minuten laufen wie am Schnürchen ab, die ganze Familie hilft mit. Umziehen, Getränk machen, mit der Leitstelle telefonieren und ab ins Auto.

Situation: am Stopselzieher wurde durch einen Wagenführer der Tiroler Zugspitzbahn ein verletzter Bergsteiger gesichtet. Während der Einsatzleiter die anfangs unklare Situation klärt, packen wir derweil die Ausrüstung und Auto und bereiten und vor. Erste Frage: wie kommen wir hinauf? Sofort wird der Hubschrauber angefordert, der sich auch gleich auf dem Weg macht. Kurz bevor er bei uns ist, dreht er ab und fleht zu einem dringenderen Einsatz. Der zweite Hubschrauber kommt ein paar Minuten später. Nach einer kurzen Lagebesprechung fliegt er eine Erkundungsrunde. Ergebnis: die Wolkendecke ist zu dicht, es ist kein Durchkommen. Uns bleibt nur die Alternative, mit der Bahn aufzufahren und dann zum Patienten abzusteigen.

Zu dritt machen wir uns auf den Weg. Wir bilden damit die schnelle Gruppe. Unsere Aufgabe ist es, die Erstversorgung durchzuführen und den Patienten und das Umfeld zum Abtransport fertig zu machen. Der gesamte Ablauf verläuft reibungslos. Wir erreichen den Bergsteiger kurz nach 17 Uhr bei noch blauem Himmel – kein Wunder, wir befinden uns oberhalb der Wolkendecke – auf ungefähr 2500Hm. Das lädierte Knie wird versorgt und der Patient mit mehreren Decken, Alu-Rettungsdecken, Wärmekissen und -decken warm eingepackt. Dabei stellt sich heraus, dass ein Abtransport nur liegend erfolgen kann, an einen Aufstieg zur Bergstation ist nicht zu denken. Der Plan wird an die Zentrale gefunkt, dort werden dann sofort weitere Ressourcen angefordert. Neben Kameraden aus der eigenen Ortsstelle kommen uns auch noch Mitglieder der Bergwacht Grainau zu Hilfe. Diese Zusatzalarmierung hat sich im Endeffekt als äußerst hilfreich erwiesen.

Bis zum Eintreffen der Hauptmannschaft machen wir, Heinz und ich, uns auf die Suche nach einem geeigneten Standplatz für das Abseilen. Im glatten, kompakten Fels finden immerhin drei Normalhaken Platz. Kaum ist die zweite Mannschaft vor Ort, wird auch schon fleißig mit allerlei Arbeiten begonnen: die Trage wird montiert, der Standplatz fertig eingerichtet, die Abseilroute geplant und inspiziert sowie der nächste Standplatz gesucht.

Der anschließende Abtransport beginnt kurz vor 19 Uhr und erfolgt über den Klettersteig, das letzte Stück wird senkrecht über den Klettergarten abgeseilt. Insgesamt beträgt die Abseilstrecke etwa 600m. Dank der 200m-Dyneemaseile schaffen wir es mit zwei Zwischenständen. Durch das Körpergewicht des Patienten – er wiegt mehr als 100kg – sind zwischen vier und acht Retter nötig, um die Trage über den Fels zu bugsieren.

Durch das österreichische Schneekar geht es in stockdunkler Nacht bis zur Wiener Neustädter Hütte. Dort heißt es, den Patienten nochmals etwa 50Hm Richtung Ehrwalder Kopf zu tragen, um eine Position unterhalb der Tiroler Zugspitzbahn zu erreichen. Mit Hilfe einer Motorwinde wird der Patient in die Gondel gezogen. Der weitere Abtransport ins Tal bzw. ins Krankenhaus erfolgt dann problemlos.

Wir nehmen in der Zwischenzeit den Abstieg zur 2er-Stütze in Angriff. Im Dunkeln ist der teilweise rutschige und schneebedeckte Weg recht anspruchsvoll. Nach Stunden der Konzentration und höchsten Anstrengung sind wir alle schon etwas müde. Bei der Stütze angekommen, besteigen wir diese (gesichert!) und steigen in die auf uns wartende Gondel. Zu diesem Zeitpunkt ist es bereits 22.30 Uhr. Mein Einsatz am Berg hat da beinahe sechs Stunden gedauert!

Müde aber zufrieden fahren wir ins Tal und lassen uns mit dem BR-Auto zur Zentrale bringen. Die Pizzen, die wir in der Gondel telefonisch bestellt hatten, werden kurz darauf geliefert. Nachdem das Mittagessen für die meisten Retter das letzte Essen war, bleibt nichts mehr übrig.

Im Nachhinein ist der Einsatz aus meiner Perspektive sehr gut gelaufen. Die schnelle Gruppe war wirklich schnell und effizient, der Ablauf und die in dieser Dimension nicht geübte Zusammenarbeit mit den Grainauer Kameraden verlief sehr zufriedenstellend. Die Unterstützung durch die Tiroler Zugspitzbahn war wie immer hervorragend. Die lange Einsatzdauer – vom Alarm bis zum Ausklang im BR-Raum vergingen rund sieben Stunden – forderte uns alle.

An dieser Stelle sei den Kameraden der Bergwacht Grainau auch herzlich für die Unterstützung gedankt!

Wie aus #biketowork ein #walktowork wird

Nach drei Wochen schlechten Wetters hab ich mich richtig darauf gefreut, die Arbeitswoche mit einem #biketowork bei bestem Wetter abzuschließen. Gekommen ist es allerdings anders.

Eine dreiviertel Stunde lang ging es besser als erwartet – bis ich auf einem aufgeschütteten Teil des Forstweges nach einem Sekundenbruchteil der Unachtsamkeit eine unfreiwillige Bodenprobe nahm. Im ersten Moment war es gar nicht so schlimm. Nach ein paar Meter fahren merkte ich allerdings, dass irgendwas mit den Fingern nicht stimmte. Und siehe da: Zwei Fingerkuppen schickten sich an, mir zuzuwinken. Frechheit!

Der vorläufige Fingerverband
Das Ergebnis eines morgendlichen #biketowork: Der vorläufige Fingerverband

Zum Glück hatte ich ein kleines Erste-Hilfe-Paket dabei (sehr zu empfehlen!) und konnte meine Finger notdürftig verbinden. Die Weiterfahrt verlief dann etwas gemütlicher als üblich.

Der Werksarzt schickte mich dann ins Krankenhaus, wo ich freundlich aufgenommen wurde. Um 7.30 Uhr ist das keine Selbstverständlichkeit. Die Verarztung verlief dann ruckzuck – nach 45 Minuten warten.

Den Rückweg ins Büro musste ich dann allerdings zu Fuß antreten. Und so wurde aus dem #biketowork ein #walktowork.

P.S.: Der Morgenspaziergang war eine angenehme Abwechslung.