Kontrollgang am Seebenklettersteig

Seit einem Jahr führt die Bergrettung Ehrwald im Auftrag der Alpenvereinssektion Ehrwald Kontrollgänge und kleinere Wartungsaufgaben am Seebenklettersteig durch. Für uns ist das natürlich ein willkommener Grund, den Klettersteig wieder und wieder zu begehen.

Infotafel zum Seebenklettersteig
Infotafel zum Seebenklettersteig

Vor der offiziellen Eröffnung (vielleicht noch im Mai, spätestens aber im Juni) muss der Steig auf Winterschäden kontrolliert werden. Neben der Kontrolle der Steiganlagen wie Anker, Seil und Seilverbindungen gibt es nach dem Winter immer wieder lockeres Gestein, das durch unachtsame Klettersteiggeher in die Tiefe befördert wird. Also gilt es, diesem natürlichen Lauf der Dinge etwas auf die Sprünge zu helfen und nicht die Freizeitsportler in Gefahr zu bringen.

Und so kam ich dazu, dass ich am vergangenen Sonntag, 5. Mai, vormittags, am Bügelbrett stehend, von Andi angerufen wurde. Ob ich Lust hätte, den Steig zu gehen, zu Mittag seien wir wieder daheim. Nachmittags würde das Wetter wieder schlechter werden. Nun gut, ich lass mich dazu ja gern überreden. Also los, kleinen Rucksack gepackt, Klamotten rausgesucht und los ging’s!

Herrlicher Sonnenschein begleitete uns vom Parkplatz der Ehrwalder Almbahn über die Mähder und durch den Latschengürtel zum Einstieg. Der liegt leider im Schatten, und so wurde es dann etwas kühl im Wind. Hurtig die Klettergurte und Klettersteigsets angelegt und Helme aufgesetzt, schon konnte es losgehen.

Die ersten Meter waren eine Qual. Die Finger wussten gar nicht, was sie mit dem dünnen Seil anfangen sollten. Aua! Nach dem Einstiegswandl, das immer wieder ein Markstein für viele ist, ging es dann schon flotter dahin. Meter um Meter gingen wir nach oben. An den Haken und Seilen gab es nichts auszusetzen. Im mittleren und oberen Teil liegt aber doch der eine oder andere lockere Stein am Weg.

Die Seebenalm im Winterschlaf.
Die Seebenalm im Winterschlaf.

Und plötzlich war er da, der Ausstieg. Die Sonne hatte uns wieder! Schnell umgezogen und die paar Meter zur Seebenalm aufgestiegen, erwartete uns dort noch ein Haufen Schnee. Vor dem Abstieg über den Hohen Gang ließen wir es uns nicht nehmen, noch einen Abstecher zum Seebensee zu machen.

Ruhig und mit Eisresten bedeckt lag er vor uns, umrahmt von den spätwinterlichen, mit Schnee bedeckten Miemingern. Eine Spur von der Coburger Hütte zum Drachenkopf ließ uns vermuten, dass jemand im Winterraum übernachtet haben musste, um Tags darauf den Drachenkopf zu ersteigen. Kaum saßen wir eine Minute, kam auch schon eine Entenkleinfamilie mit hungrigen Augen daher. Sorry, Enten, außer Wasser können wir euch nichts bieten!

Nach ein paar Minuten im frischen Wind begannen wir unseren Abstieg über den Hohen Gang. Im oberen Teil finden sich noch wenige Schneereste, die aber gut zu um- bzw. begehen sind. Wir begegneten erstaunlicherweise einigen Wanderern, die über den Hohen Gang aufstiegen.

Fazit: Der Seebenklettersteig ist wie immer schön zu gehen und ein Gradmesser für die eigene Kondition. Für den Rundweg benötigten wir knappe drei Stunden, da ist jedenfalls viel Luft nach unten!

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