Ausrüstung für den Einsatz – Bekleidung und Material

Anfang Februar wurden wir zu einem nächtlichen Sucheinsatz an der Zugspitze gerufen. Nach dem Alarm muss man in wenigen Minuten entscheiden, welche Bekleidungsstücke angezogen und mitgenommen und welche Schuhe getragen werden, welche Jacken und Hosen in den Rucksack wandern (welchen Rucksack nehme ich überhaupt mit?), welche Hardware mit muss und ob Ski auch noch mitzunehmen sind.

Die Entscheidung fällt oft schwer. Wie ist das Wetter am Berg? Wie lange dauert der Einsatz? Muss ich mit einem Biwak rechnen? Wie sind die Verhältnisse am Berg? Wie werden der Zustieg und der Abstieg verlaufen? All diese Fragen müssen in sehr kurzer Zeit entschieden werden. Anhang des Sucheinsatzes zeige ich euch, was ich persönlich alles mitnehme.

Und wie war jetzt die Lage?

Das Suchgebiet war die Zugspitze in Gipfelnähe. Im Tal war es nicht allzu kalt, dafür wehte ein starker Wind. In den letzten Tagen hatte es geschneit, mit Eis musste gerechnet werden. 

Bekleidung am Mann

Die erste Lage bestand aus dünnen Skisocken, einer langen Unterhose und einem langärmeligen Unterleibchen aus Merino-Wolle. Für die dünnen Socken entschied ich mich, weil mir mit dickeren Socken in den schweren Bergschuhen kalt wird. 

Die zweite und vorerst letzte Schicht bestand aus einer Skitourenhose, einer TirolWool-Jacke, gefütterten Handschuhen und einer dünnen Mütze. Die Hose kann seitlich geöffnet werden, wenn es zu warm wird. 

Außerdem hatte ich noch ein Funkgerät umgeschnallt und einen Helm am Kopf. 

Reservekleidung

In den Rucksack wanderten noch eine GoreTex-Hose, eine GoreTex-Jacke, eine Daunenjacke (mehr für den Verunfallten als für mich), Ersatz- und Arbeitshandschuhe, und ein Buff. 

Eigenes Material

Jetzt kam die schwere Entscheidung: Lawinen- oder normalen Rucksack? Ich entschied mich aus Gewichtsgründen für den normalen. Zusätzlich zur Reservewäsche packte ich folgende Dinge ein:

  • Biwaksack 
  • Stirnlampe 
  • Ersatzakku 
  • Externen Akku für das Handy mit Kabel 
  • Aludecke 
  • Tee
  • Sitz- und Brustgurt 
  • Reverso mit Karabiner 
  • Bandschlingen, Reepschnüre, Tiblocs, Karabiner 
  • Expressschlinge
  • Dyneema-Schlinge
  • Steigeisen
  • Pickel

Bergematerial

Das Bergematerial teilten wir uns auf. Hauptsächlich nahmen wir Dyneemaseile (insgesamt 400m), Halbseile (2*60m), ein Bergseil (60m), Verankerungsmaterial und Wärmebeutel bzw. -decken mit. Ich hatte eine Wärmedecke und einen Helm im Rucksack. 

Und alles zusammen …

Solange das Material im Rucksack ist, ist es sperrig und schwer. Bevor wir losfuhren, zog ich schon die Gurte an und behängte sie mit dem persönlichen Sicherungsmaterial. Dadurch wurde der Rucksack deutlich leichter. 

Die Bekleidung war gerade richtig gewählt. Trotz starken Windes war es mir nicht kalt. 

Den einzigen stelle Schwacstellte meine Stirnlampe (ich nahm die Lupine mit) dar. Sie hatte wohl einen Wackelkontakt und führte zu manchem Ärger. 

Würdet ihr was ändern?

Was wäre eurer Meinung nach noch wichtig? Was würdet ihr weg lassen?

Ich bin auf eure Anregungen gespannt. 

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